Dienstag, 27. September 2011

Freeweaver: Bindungslehre

Freeweaver: Bindungslehre: Kleine Bindungslehre der Weberei Leinwand Die Leinwandbindung, bzw. Taft oder Tuchbindung, ist die kleinste Bindung in der Weberei. Ei...

Montag, 26. September 2011

Bindungslehre


Kleine Bindungslehre der Weberei
Leinwand
Die Leinwandbindung, bzw. Taft oder Tuchbindung, ist die kleinste Bindung in der Weberei. Ein Faden geht über den anderen und so weiter. Digital übersetzt würde die Schreibweise wie folgt aussehen:
1 0 1 0 1 0  1 0 1 0 1 0  1 0 1 0 1 0  1 0 1 0 1 0  1 0 1 0 1 0  1 0 1 0 1 0  1 0 1 0 1 0  1 0 1 0 1 0 
0 1 0 1 0 1  0 1 0 1 0 1  0 1 0 1 0 1  0 1 0 1 0 1  0 1 0 1 0 1  0 1 0 1 0 1  0 1 0 1 0 1  0 1 0 1 0 1
 Der Stoff sieht auf beiden Seiten  gleich aus.

Köper
Der Köper ist von der Bluejeans bekannt. Hier geht der Schussfaden über mindestens 2 Kettfäden bevor er wieder unter einen verschwindet. In der nächsten Zeile versetzt sich der Schuss um einen Kettfaden. Um es wieder digital auszudrücken
1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0

0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0
0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1 0 0 1
Man erkennt , dass es in dieser Bindung zu einem Grat kommt der entweder nach rechts oder nach links aufsteigt. Dies ist auch der Effekt, dass die Vorderseite einer Jeans blau und die Rückseite überwiegend weiß erscheint.
Atlas
Die Atlasbindung hat die Bindungspunkte weit voneinander versetzt. Dadurch liegen die Schussfäden lange über den Kettfäden. Daher kommt auch der Glanz beim Satinstoff, da die Oberfläche der einzelnen Fäden gut sichtbar sind. In der digitalen Sprache würde der kleinste Bindungsrapport wie folgt heißen.

0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 

0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 
0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 
1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 
0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0 
 

Sonntag, 25. September 2011


Heinrich Heine, »Die schlesischen Weber« 1844

Im düstern Auge keine Träne,
sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
»Deutschland, wir weben dein Leichentuch,
wir weben hinein den dreifachen Fluch –
wir weben, wir weben!
Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten
in Winterskälte und Hungersnöten;
wir haben vergebens gehofft und geharrt,
er hat uns geäfft, gefoppt und genarrt –
wir weben, wir weben!
Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
den unser Elend nicht konnte erweichen,
der den letzten Groschen von uns erpresst
und uns wie Hunde erschießen lässt –
wir weben, wir weben!
Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
wo nur gedeihen Schmach und Schande,
wo jede Blume früh geknickt,
wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt –
wir weben, wir weben!
Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
wir weben emsig Tag und Nacht –
Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,
wir weben hinein den dreifachen Fluch,
wir weben, wir weben!«